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Eine kleine Leidenschaft von mir ist die Oberharzer Mundart. Ich will versuchen eine Geschichte in Mundart zu schreiben und für die Besucher, die der Mundart nicht mächtig sind kommt dann die Übersetzung hinterher. (Alte Harzer mögen mir verzeihen, wenn ich keine Autorenangabe machen kann) Woher die Altenauer Mundart stammt In den Bergstätten des Oberharzes wird eine mit der Sprache des Erzgebirges am nächsten verwandte obersächsische Mundart gesprochen. Nur in Bad Grund spricht man rein niedersächsisch. In Altenau kommen beide Mundarten nebeneinander vor. Letzteres erklärt die Sage aus dem Sagenschatz des Harzes von 1893 folgendermaßen: Als Gott der Herr die Erde schuf und mit Menschen bevölkerte, ließ er diese anfangs noch ohne Sprache. Doch bald erkannte er die Notwendigkeit derselben, denn die immer zahlreicher gewordenen Erdbewohner konnten sich bloß durch Zeichen und nur unvollkommen miteinander verständigen. Gott bildete daher mancherlei Sprachen, füllte damit einen Sack und warf - über die Erde hinwegfliegend - jedem Ort die ihm bestimmte Sprache zu. Nach dem Harz kam er zum Schluss. Als er hier den Rest verteilte, blieb Altenau allein übrig, denn Gott hatte sich um einen Ort verzählt. Doch er wusste sich leicht zu helfen. Von den einzelnen Sprachen war im Sack allerlei abgebröckelt. Gott schüttete nun alle Bröckchen und Krümchen, die noch im Sack waren, über Altenau aus. Daher hat diese seine buntgscheckige Mundart.
Lauter Klänigkäten Ich will eich ä paar Klänigkäten verzehln, die eich ä Schmunseln im dr Schnut rimmziehn lohsen. De Walt is ju su alwern, dosses wahrhaftig käne Sind is, wenn mr uns ah Alwernhäten verzehln. Wos hilefts, wenn mr iwer alle Wohzen, die än es Lahm mang de Bähn schmeißt, de Händ ringe? Wärds dodrvon besser? Ich gläb , mr kumme wätter, wenn mr net alles su schwär namme. Su lahst die paar Traktatle un denkt meintswahng, dr Holger hat än Schtrich, har nimmt eich net iewel, denn dos hane all meh wie äner gesaht. Härt zu! Und nun die erste Geschichte in diesem Zyklus Dr Harzog fährt ein Dr Harzog von Braunschweig hatte seiner Zät ämol äne Ewerharzer Gruhmfahrt unternumme. Zu dan Zweck mußter, wies domols ieblich wahr, ahch in än Kiewel einschteing. Vorhar hatten die moßgabling Bargleit all dos ganse Brogramm einschtudiert. Wies nu su weit war, schtieg dr Harzog mit seiner brominenten Beglätung in dn Kiewel un obwärts gängs. Dr Ausrichter hatte noch rachtzätig gesahn, dossich dr Harzog mitte Händ an dn Kiewelrand festhielt, un wolltne for äner Fingerquetschung bewahrn. Deshaleb sahte ar " Eier Gnaden, nammse de Pfuten von Kiewel, sist sänse in Arsch". Wenn nu ahch dr Harzog dan Versch net su gans mitgekrehng hot, so hotter ower aus die Gebärden von Ausrichter ersahn, wos gemähnt war.
Übersetzung: Der Herzog fährt ein Der Herzog von Braunschweig hatte seiner Zeit einmal eine Oberharzer Grubenfahrt unternommen. Zu dem Zweck musste er, wies es damals üblich war, auch in einen Kübel einsteigen. Vorher hatten die verantwortlichen Bergleute das ganze Programm einstudiert. Wie es nun soweit war, stieg der Herzog und seine prominente Begleitung in den Kübel und die Grubenfahrt begann. Der Verantwortlicher hatte noch rechtzeitig gesehen, dass sich der Herzog mit den Händen an dem Kübelrand festhielt, und wollte ihn vor einer Fingerquetschung bewahren. Deshalb sagte er " Euer Gnaden, nehmen sie die Pfoten vom Kübel, sonst sind sie im Arsch". Wenn nun auch der Herzog den Vers nicht so ganz verstanden hat, so hat er aber aus den Gebärden des Verantwortlichen ersehen können, was gemeint war.
Ich hoffe, dass es ein paar Besucher gibt die ein wenig Freude an diesen Kleinodien der Oberharzer (Ewerharzer) Kultur haben. Glück Auf
Für die Freunde des Oberharzes bzw. die, die es jetzt geworden sind habe ich noch ein kleines Bilderalbum erstellt. (Wird erweitert und aktualisiert)
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